Wenn Ihr Hund plötzlich zittert, ist das beunruhigend. Manchmal ist Zittern harmlos – beim Hund, der kalt ist oder aufgeregt wartet. Aber Zittern kann auch ein ernstes Warnsignal sein. Als Notdienst-Tierärztin erkläre ich Ihnen, wann Sie abwarten können und wann Sie sofort handeln müssen.
Kleine, kurzhaarige oder magere Hunde zittern schnell, wenn es ihnen zu kalt ist – besonders nach einem Bad oder draußen im Winter. Das Zittern hört auf, sobald der Hund warm ist.
Viele Hunde zittern vor Aufregung: wenn der Besitzer nach Hause kommt, vor dem Spaziergang oder bei Gewitter und Feuerwerk. Der Hund ist dabei wach, aufmerksam und hat keine weiteren Symptome.
Ältere Hunde entwickeln oft ein leichtes Muskelzittern, besonders an den Hinterbeinen. Kleine Rassen wie Chihuahua und Yorkshire Terrier zittern generell häufiger – das liegt an ihrem schnelleren Stoffwechsel.
Vergiftungen durch Schokolade, Schneckenkorn, Rattengift oder Xylit können zu starkem Zittern und Krämpfen führen. Typische Begleitsymptome: Erbrechen, Durchfall, Speicheln, Orientierungslosigkeit. Sofort anrufen: 0177 4737845
Besonders bei Welpen und kleinen Rassen kann Unterzucker lebensgefährlich werden. Zeichen: Zittern, Schwäche, Orientierungslosigkeit, Krämpfe. Erste-Hilfe: Ein wenig Honig auf die Schleimhäute geben und sofort zum Tierarzt.
Ein epileptischer Anfall beginnt oft mit Unruhe, gefolgt von unkontrolliertem Zucken aller vier Beine, Bewusstlosigkeit und Speicheln. Der Anfall dauert meist 1–3 Minuten. Beim ersten Anfall immer zum Tierarzt!
Hunde, die starke Schmerzen haben, zittern als Reaktion darauf. Herzerkrankungen können zu Schwäche, Zittern und Kollaps führen – erkennbar an blauen oder weißen Schleimhäuten.
Rufen Sie sofort an, wenn das Zittern plötzlich und heftig beginnt ohne erkennbaren Auslöser, mit Krämpfen oder Bewusstlosigkeit verbunden ist, mit Erbrechen, Speicheln oder Orientierungslosigkeit auftritt, länger als 5 Minuten andauert, oder bei Vergiftungsverdacht.
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