Zeckenbiss beim Hund – was jetzt tun?

Zecken sind nicht nur lästig, sondern können gefährliche Krankheiten auf Ihren Hund übertragen. Nach jedem Spaziergang in der Natur sollten Sie Ihren Hund absuchen. Aber was tun, wenn Sie eine Zecke finden? Und wann wird ein Zeckenbiss gefährlich?

Zecke beim Hund richtig entfernen

Das Wichtigste vorweg: Entfernen Sie die Zecke so schnell wie möglich. Je länger die Zecke saugt, desto höher das Risiko einer Krankheitsübertragung. Die meisten Erreger werden erst nach 16–24 Stunden übertragen.

So entfernen Sie eine Zecke richtig

  1. Werkzeug bereithalten – Verwenden Sie eine Zeckenzange, Zeckenkarte oder eine feine Pinzette. Spezielle Zeckenwerkzeuge für Hunde gibt es in jeder Tierarztpraxis und Apotheke.
  2. Direkt an der Haut greifen – Fassen Sie die Zecke so nah wie möglich an der Hautoberfläche. Nicht am Körper der Zecke quetschen!
  3. Gerade herausziehen – Ziehen Sie die Zecke gleichmäßig und gerade heraus. Nicht drehen! (Der alte Tipp mit dem Drehen ist überholt.)
  4. Kontrollieren – Prüfen Sie, ob die Zecke vollständig entfernt wurde. Ein kleiner schwarzer Punkt in der Haut ist meist nur ein Rest der Mundwerkzeuge und kein Grund zur Panik – er wird vom Körper wie ein Splitter abgestoßen.
  5. Desinfizieren – Reinigen Sie die Bissstelle.

Was Sie NICHT tun sollten

Welche Krankheiten übertragen Zecken?

Borreliose (Lyme-Borreliose)

Die häufigste durch Zecken übertragene Krankheit in Deutschland. Wird durch Bakterien (Borrelien) verursacht, die hauptsächlich vom Gemeinen Holzbock übertragen werden. Die Übertragung dauert in der Regel 16–24 Stunden – deshalb ist schnelles Entfernen so wichtig.

Symptome (können Wochen bis Monate nach dem Biss auftreten):

Anaplasmose

Wird ebenfalls vom Holzbock übertragen. Befällt die weißen Blutkörperchen. Symptome: Fieber, Appetitlosigkeit, Gelenkschmerzen, Blutungsneigung. Kann gut mit Antibiotika behandelt werden, wenn rechtzeitig erkannt.

Babesiose (Hundemalaria)

Wird durch die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) übertragen, die sich in Deutschland zunehmend ausbreitet. Die Erreger zerstören rote Blutkörperchen. Symptome: hohes Fieber, dunkler Urin, Gelbsucht, Anämie. Kann ohne Behandlung tödlich verlaufen.

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

Kommt bei Hunden selten vor, betrifft hauptsächlich Menschen. In Risikogebieten (vor allem Süddeutschland) kann es aber auch bei Hunden zu neurologischen Symptomen kommen.

Wann nach einem Zeckenbiss zum Tierarzt?

Gehen Sie zum Tierarzt oder rufen Sie an (0177 4737845), wenn nach einem Zeckenbiss:

Zeckenschutz: So schützen Sie Ihren Hund

Vorbeugung ist der beste Schutz. Es gibt verschiedene Möglichkeiten:

Spot-on-Präparate

Werden in den Nacken getropft und wirken 4 Wochen. Töten Zecken ab, bevor sie zubeißen oder kurz danach. Verschreibungspflichtige Präparate vom Tierarzt wirken in der Regel zuverlässiger als frei verkäufliche Mittel.

Zeckenhalsbänder

Wirken über mehrere Monate und geben den Wirkstoff kontinuierlich ab. Besonders praktisch für Hunde, die häufig im Wasser sind (Spot-ons können abgewaschen werden).

Kautabletten

Moderne Zeckenmittel in Tablettenform wirken 1–3 Monate. Der Wirkstoff verteilt sich über das Blut – die Zecke wird beim Saugen abgetötet. Vorteil: Wasserfest, da der Wirkstoff im Körper wirkt.

Borreliose-Impfung

Es gibt eine Impfung gegen Borreliose. Ob sie für Ihren Hund sinnvoll ist, hängt vom individuellen Risiko ab. Wir beraten Sie gerne: 0177 4737845.

Zeckensaison: Wann ist das Risiko am höchsten?

Zecken sind vor allem von März bis Oktober aktiv. Bei milden Wintern können sie aber das ganze Jahr über vorkommen. In der Hauptsaison (April–Juni und September–Oktober) sollten Sie Ihren Hund nach jedem Spaziergang gründlich absuchen – besonders an Ohren, Achseln, Leisten, zwischen den Zehen und am Hals.