Hund lahmt plötzlich – Was tun? Ursachen & Erste Hilfe

Wenn Ihr Hund plötzlich auf einem Bein lahmt oder sich gar nicht mehr bewegen kann, ist die Sorge groß – und das zu Recht. Lahmheit beim Hund kann harmlos sein, aber auch auf ernsthafte Verletzungen oder Erkrankungen hinweisen. Als Notdienst-Tierärztin erkläre ich Ihnen, wie Sie die Situation richtig einschätzen und was Sie tun können.

Woran erkenne ich, dass mein Hund lahmt?

Lahmheit bedeutet, dass Ihr Hund ein Bein schont, nicht aufsetzt oder auffällig humpelt. Sie fällt besonders auf beim Gehen, Treppensteigen oder nach dem Aufstehen. Manchmal zeigen Hunde die Lahmheit nur kurz nach dem Aufstehen – das nennt man „Anlauflahmheit" und ist typisch für Gelenkverschleiß wie Arthrose.

Häufige Ursachen für plötzliche Lahmheit

Verletzungen und Traumata

Die häufigste Ursache für akute Lahmheit sind äußere Verletzungen: Schnittwunden an der Pfote, eingewachsene Fremdkörper (Glasscherben, Dornen), Verstauchungen oder Zerrungen nach einem Sprung, sowie Knochenbrüche nach einem Unfall oder Sturz. Untersuchen Sie die Pfoten Ihres Hundes sorgfältig – oft steckt ein Dorn oder Glassplitter zwischen den Zehen.

Gelenk- und Bändererkrankungen

Ein gerissenes Kreuzband ist bei mittelgroßen und großen Hunden sehr häufig und zeigt sich typischerweise als plötzliche Lahmheit am Hinterbein. Der Hund setzt die Zehen auf, belastet das Bein aber nicht. Hüftdysplasie (HD) und Ellenbogendysplasie (ED) führen zu chronischer Lahmheit, die sich nach Ruhe besonders bemerkbar macht.

Zeckenbisse und Infektionskrankheiten

Borreliose – übertragen durch Zecken – kann Wochen nach einem Biss zu wandernder Lahmheit führen: Der Hund lahmt zunächst auf einem Bein, dann auf einem anderen. Typisch sind gleichzeitig Fieber, Appetitlosigkeit und geschwollene Gelenke.

Rückenprobleme

Bandscheibenvorfälle sind besonders bei langrückigen Rassen wie Dachshunden, Bassets und Corgis häufig. Die Bandscheibe drückt auf das Rückenmark und verursacht plötzliche Lahmheit an einem oder mehreren Beinen, kombiniert mit Schmerzen beim Berühren des Rückens.

Sofortmaßnahmen bei Lahmheit

  1. Ruhig bleiben und den Hund schonen – Lassen Sie Ihren Hund nicht herumtoben. Führen Sie ihn an der kurzen Leine.
  2. Pfoten untersuchen – Schauen Sie sorgfältig zwischen den Zehen nach Fremdkörpern, Schnittwunden oder Schwellungen.
  3. Bein vorsichtig betasten – Führen Sie das Bein sanft durch seinen normalen Bewegungsradius. Wenn der Hund deutlich zieht oder schreit, lassen Sie sofort los.
  4. Kühlen bei Schwellung – Ein Kühlkissen (in ein Tuch gewickelt) kann bei akuten Verletzungen kurzzeitig Schmerzen lindern.
  5. Tierarzt kontaktieren – Bei anhaltender Lahmheit, starken Schmerzen oder Verdacht auf Knochenbruch: 0177 4737845.

Wann ist Lahmheit ein Notfall?

Rufen Sie sofort an, wenn Ihr Hund das Bein überhaupt nicht mehr aufsetzen kann, starke Schmerzen zeigt, eine sichtbare Fehlstellung oder offene Wunde hat, plötzlich mit den Hinterbeinen nicht mehr laufen kann (Bandscheibenvorfall!), oder nach einem Unfall lahmt.

Kann man bei Lahmheit abwarten?

Wenn Ihr Hund leicht humpelt, die Pfote aber noch aufsetzt, kein Fremdkörper zu finden ist, keine Schwellung sichtbar ist und er sich ansonsten normal verhält, können Sie 24 Stunden abwarten. Bessert sich die Lahmheit nicht, ist ein Tierarztbesuch unter 0177 4737845 unbedingt notwendig.

Brauchen Sie jetzt Hilfe?

Notdienst anrufen: 0177 4737845  |  Videoberatung buchen